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Zwei Freunde mit einer Vision
Erlebnisbericht von Marion Troja weiter...

Ein Verein schenkt Zukunft
Paderborner Hilfsprojekt in Tansania stößt auf über- wältigende Resonanz
Westfälisches Volksblatt, Freitag 17. Oktober 2014 - von Per Lütje weiter...

Schaffen wir die Ablösung der "Ein-Feuerstellen-Küche?
Die ersten Schritte zur Ablösung unserer sehr einfachen Eintopf Holzfeuer-Küche,  weiter...

Wir produzieren unseren eigenen Strom!
Photovoltaik-Anlage am MLVTC in Betrieb genommen
Erlebnisbericht von Thomas Wilper. weiter...

"Muleba Lutheran Vocational Training Center Limited",
so heißen wir offiziell seit Februarl. Endlich ist die Eintragung als eigenständige Institution in Form einer speziellen"Limited" - entspricht einer gemeinnützigen Gmbg - geschafft. weiter...

Wir sind die Besten: unser erster Ausbildungsgang erreicht in der staatlichen Abschlussprüfung, die von VETA durchgeführt wurde, die beste Durchschnittsnote aller Berufsausbildungsklassen in der gesamten Mwanza-Zone weiter...

Prof.Anna Tibaijuka, Minister of Lands, Housing and Human Settlements Development in der Regierung von Tansania besucht das MLVTC weiter...

Unternehmer aus der Region verfolgen mit großem Interesse die Vorstellung des MLVTC und seiner offenen Dienstleistungsangebote weiter...

Trainieren für eigene Existenz
Verein „Berufsbildung Tansania“ bildet junge Afrikaner aus weiter...

Geschichten aus Muleba (or this is Africa, this is how we live)
Kurzgeschichten unserer Volunteers  weiter...

 

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Zwei Freunde mit einer Vision

Erlebnisbericht von Marion Troja.
Klaus Lurse und Bernhard Troja haben in Tansania die Berufsschule MLVTC aufgebaut. Inzwischen gehören die 45 jungen Frauen und Männer, die dort lernen mit dem Computer umzugehen, zur Ortsgemeinschaft.

Tushabe trifft den Ball genau an der richtigen Stelle. Er schießt seine Mannschaft auf einen der ersten Plätze im Wettbewerb. Bislang hatten die Teams der Region die Fußballer vom MLVTC, einer neuen Schule mitten im Ort, nicht auf der Rechnung. Doch der 20-jährige Tushabe Felician und die übrigen Studenten vom Muleba Lutheran Vocational Training Center gehören spätestens seit dem jüngsten Turnier zur kleinen Stadt Muleba im Nordwesten von Tansania, direkt am Ufer des Victoriasees.

MLVTC, das sind 45 junge Frauen und Männer, die seit Mai 2012 in den neu entstandenen Gebäuden lernen, wie man mit dem Computer umgeht, wie man auf dem lokalen Markt ein kleines Unternehmen erfolgreich aufziehen kann. Ihr Ziel: Ein Job in der Umgebung, mit dem sie sich und ihre Familien ernähren können. Dafür nehmen sie einiges in Kauf. Die 18- bis 30-Jährigen leben rund um die Uhr auf dem Campus, schlafen nach Geschlechtern getrennt in Sälen und essen, was die Köchin Irene auf ihrer Feuerstelle mit drei Steinen in zwei großen Töpfen für sie bereitet. Drei Lehrer unterrichten täglich von morgens bis nachmittags. In der Freizeit sitzen die Studenten entweder an ihren Laptops – jeder Student bekommt zu Anfang ein eigenes Gerät, das er auch nach seinem Abschluss behält – sie spielen Fußball oder singen im schuleigenen Chor. Facebook ist bei ihnen inzwischen ebenso angesagt wie in Deutschland.

Etwa 20 000 Menschen wohnen in Muleba, viele in den umliegenden Dörfern. Es gibt Strom, zumindest meistens. Und Wasser, zumindest in der Regenzeit. Viele der Bewohner haben eine kleine Hofstelle, sie ernten Bananen, Bohnen und Erdnüsse, haben ein Schwein und ein paar Ziegen. Ist die Ernte schlecht, leiden sie Hunger. Malaria und Aids sind allgegenwärtig, nahezu jede Familie hat Angehörige dieser Krankheiten wegen verloren. Alles Ersparte investieren sie in die Ausbildung ihrer Kinder. Welche Schule, welche Perspektiven – in diesem Teil Afrikas das zentrale Thema.

Auch Tushabe Felician ist Vollwaise. Mit einem Stipendium aus Deutschland finanziert er seine Ausbildung am MLVTC. „Ich bin sehr stolz hier zu sein“, sagt er und hofft, dass er bis zum Abschluss unterstützt wird. „Ich wüsste zurzeit nicht, wohin ich sonst gehen sollte.“ Zwei Jahre lernen die Studierenden kaufmännische Anwendungen am PC, Grundlagen in Betriebswirtschaft und Enterpreneurship. Mit dem staatlich anerkannten Abschluss verbessern die Absolventen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich. Zudem arbeiten sie im Traingcenter ganz praktisch, schrauben Computer auf und reparieren die Geräte. Die Laptops sind Spenden deutscher Unternehmen.

Dass die Studenten sich auskennen, hat sich bereits rumgesprochen. Sie bieten selbst Kurse für Schüler aus der Nachbarschaft an, etablieren sich schon während ihrer Studienzeit als Experten. Und genau das ist das Ziel der Projektinitiatoren. Klaus Lurse und Bernhard Troja, beide um die 70, zwei Freunde mit einer Vision, haben das MLVTC mit der organisatorischen Hilfe der Evangelischen Kirche in Deutschland und Tansania aufgebaut. Offen ist es für alle Bewerber, hier studieren sowohl Christen als auch Muslime. Das Zentrum sucht und pflegt den Kontakt zu den örtlichen Kirchenvertretern, sie sind ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Irgendwann sollen die laufenden Betriebskosten aus den Einnahmen des Zentrums kommen, aus den Studiengebühren und den Erlösen, die das Center als Dienstleister erwirtschaftet.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Als nächster Schritt soll ein Küchen- und Speisehaus entstehen, viel zu eng ist der Essensraum direkt neben der Feuerstelle und den Schlafräumen der Frauen. Mit einigen Wasserzisternen soll die Trockenzeit bewältigt werden. Bislang müssen die Studenten in den dürren Monaten lange Strecken laufen, um für ausreichend Wasser zu sorgen.

Spaß soll das Lernen ja auch machen, erklären die deutschen Unterstützer. Das Fußballteam und der Chor sind ein Anfang, Fernseher, Tischtennisplatte und einen 24 Stunden Internetzugang stehen auf der Wunschliste der Teilnehmer ganz oben. Zumindest das letztere sollte schon bald möglich sein. In diesen Wochen fliegt ein Ingenieur-Student nach Tansania, um die brandneue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Schulgebäudes anzuschließen. Dann sind stundenlange oder gar tageweise Stromunterbrechungen kein Thema mehr.

Klaus Lurse und Bernhard Troja sind regelmäßig vor Ort. Beim jüngsten Besuch haben sie die ersten Absolventen getroffen, man bleibt in Kontakt. Die Männer und Frauen haben ihnen erzählt, was der MLVTC-Abschluss ihnen auf dem Arbeitsmarkt gebracht hat. Etwa die Hälfte hat inzwischen eine Anstellung gefunden, der eine in einer Tankstelle, eine andere als Sekretärin in der kommunalen Finanzverwaltung. Doch es gibt auch einen anderen Alltag in Tansania: So erzählt eine Frau davon, wie sie zweimal eingestellt und zweimal von ihren jeweiligen Vorgesetzten sexuell belästigt wurde. Sie hat gekündigt. Optimistisch sucht sie weiter, nicht viele in der Region haben schließlich die Kenntnisse, die sie hat.

Neue Westfälische - Paderborn (Kreis), Freitag 24. Oktober 2014 - von Andreas Götte

Proiekt auf Expansionskurs

Verein Berufsbildung Tansania zieht positive Bilanz
Sabkotten-Holsen. Gemeinsam mit ihren beiden afrikanischen Gästen Pastor und Superintendent Phenias Lwakatare und Trainer Abyassale Ssenabulya blickten die Mit-5lieder des Vereins BerufsbilIung Tansania im Gut Winklausen auf zwei erfolgreiche erste Vereinsjahre zurück.

Das vor über zwei fahren gebaute Ausbildungszentrum in der 500.000 Einwohner zählenlen Region Muleba im Nordwesten Tansanias hat bereits reiche Früchte getragen. 25 junge Sekundarschulabsolventen haben dort nicht nur eine Ausbildung in der Informations und Kommunikationstechnologie erhalten, sondern haben anschließend dadurch auch alle eine feste Arbeit gefunden. Die jungen Menschen können von ihrem Einkommen leben und sind nicht mehr auf Hilfe angewiesen.
,,Gerade für alleinerziehende Frauen ist das ganz wichtig", sagt Vereinsvorsitzender Klaus Lurse aus Delbrück. Alle hätten die sogar verkürzte Abschlussprüfung mit sehr guten Noten bestanden. Es habe sich sogar um den besten Notendurchschnitt aller Berufsbildungsklassen
in der Region gehandelt. Der 7l-lährige ist zwei Mal im fahr vor Ort in Tansania. ,,Ich bin glücklich über das Erreichte. Der Verein ist ein wunderbarer Netzwerkknoten", sagt er zu den l4 Vereinsmitgliedern.
 Längst wurde ein zweiter Klassenraum für weitere 25 Auszubildende gebaut. Auch ein zweites Wohnheim kam hinzu. Im Februar 20l4wurde aus dem Ausbildungszentrum eine gemeinnützige GmbH mit Afrikanern und Deutschen im Vorstand. Mittlerweile wird das Projekt in Tansania dort auch von der Politik wahrgenommen. Obwohl es mit der dortigen evangelisch-lutherischen Kirche kooperiert, ist es für Bewerber und Trainer aller Konfessionen offen. Mit Hilfe von Theo Schulte aus Verlar wurde vor wenigen Wochen auch eine eigene Photovoltaikanlage installiert.
Dank von Kontakten von Mitinitiator Bernhard Troja zum heimischen Bundestagsabgeordneten Carsten Linnemann ist ein neues Küchen- und Speisehaus keine Utopie mehr. Vom L,ntwicklungsministerium gibt es eine Förderzusage über 37.500 Euro. Diese Summe könnte jedes Jahr die Vereinsarbeit unterstützen. Bei größeren Projekten sind laut Klaus Lurse auch deutlich höhere Beträge möglich. Weil der Juve-Verlag in diesem Jahr das Projekt als Empfänger seiner Spendenaktion für soziale Zwecke ausgewählt hat, rechnet Lurse bei der großen Galaveranstaltung am 23. Oktober in Frankfurt mit weiteren 50.000 bis 100.000 Euro. Entsprechend wurde bereits im September mit dem Bau des geplanten Küchen- und Speisehauses begonnen.
Im übernächsten Jahr plant Klaus Lurse eine Expansion Richtung weitere Berufsförderungen. Zu Beginn des Projektes hatte der 71-Jährige zusammen mit Bernhard Troja mit eigenen Mitteln das Vorhaben angeschoben. Mittlerweile hat der kleine Verein rund 200.000 Euro investiert und rund 100 gebrauchte Laptops nach Tansania
geschafft.

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Westfälisches Volksblatt, Freitag 17. Oktober 2014 - von Per Lütje

Ein Verein schenkt Zukunft

Paderborner Hilfsprojekt in Tansania stößt auf über- wältigende Resonanz, heute Informationsveranstaltung

Die kleinste Berufsschule des Kreises Paderborn steht nicht etwa in Büren, sondern in Tansania. Getragen wird die Einrichtung vom Verein »Berufsbildung Tansania«, dem namhafte Unternehmer und Politiker aus der Region angehören. Und die rühren mit überwältigendem Erfolg die Spendentrommel.
Im Mai dieses Jahres hat der erste Jahrgang der Berufsschule in Muleba die zweijährige Ausbildung zum Computertechniker erfolgreich absolviert. Um das gebührend zu feiern, hatten sich auch Klaus Lurse (Sechster von links) und Günter Bitterberg (Achter von rechts) auf den Weg nach Tansania gemacht.
Das im November 2013 fertiggestellte zweite Wohnheim hat Platz für 20 Auszubildende und Apartments für zwei Freiwillige aus Deutschland. Als der ehemalige Unternehmensberater und Nixdorf-Personaler Klaus Lurse 2009 zum ersten mal die Region Muleba im vom Armut geprägten Nordwesten des Landes bereiste, kam ihm eine Idee. »Geld zu spenden, ist gut und schön. Wenn man aber etwas an der Situation der Menschen ändern möchte, geht das nur, wenn sie selbst Geld verdienen können«, sagt der Delbrücker. Also machte sich Lurse daran, mit eigenem Kapital eine Schule samt Wohnheim zu errichten, in der im Mai 2012 25 junge Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren eine zweijährige Ausbildung zum Computertechniker begannen.
Schnell konnte Lurse Mitstreiter für sein ehrgeiziges Projekt gewinnen, darunter auch Landrat Manfred Müller, den Kommunalpolitiker Bernhard Troja und den ehemaligen Uni-Rektor Prof. Hans-Dieter Rinkens.
Gerade einmal 14 Mitglieder zählt der Verein (240 Euro Jahresbeitrag), an dessen Spitze Klaus Lurse, die Borchener Pfarrerin Christel Weber als seine Stellvertreterin und Schatzmeister Günter Bitterberg stehen.
Mittlerweile sind rund 100 000 Euro an privaten Spenden zusammengekommen, unter anderem 20 000 Euro vom Katholischen Kindermissionswerk. »Und das, obwohl die bewusst überkonfessionell ausgerichtete Berufsschule von der lutherischen Kirche in Tansania mitgetragen wird«, sagt Klaus Lurse.
Der 71-Jährige sei selbst überrascht, was in Muleba binnen weniger Jahre entstanden ist. So ist die Schule erweitert worden und kann inzwischen 50 Schüler aufnehmen.
Mit einer Photovoltaikanlage wird zudem eigener Strom produziert, und ein Küchen- und Speisehaus soll in Kürze gebaut werden. Dass alles in geordneten Bahnen verläuft, davon überzeugt sich der Delbrücker regelmäßig selbst und fliegt alle sechs Monate nach Tansania. Zudem erhält er alle vier Wochen einen detaillierten Bericht über Einnahmen und Ausgaben. »Schließlich möchte ich den Spendern in die Augen schauen können, dass ihr Geld gut angelegt ist«, sagt er.
Erst im Mai hat der erste Jahrgang die Ausbildung erfolgreich absolviert, und Klaus Lurse kann stolz vermelden: »Ausnahmslos alle haben einen Arbeitsplatz gefunden.«
Weil er die Region jedoch nicht mit Computerspezialisten überschwemmen wolle, sei in zwei bis drei Jahren die Einführung eines zweiten Berufsbildes an der Schule geplant.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende – zum Beispiel für die Finanzierung von Stipendien – tun:
Berufsbildung
Tansania e.V., Kontonummer 2002665, BLZ 47251740,
Stadtsparkasse Delbrück.
Zudem informiert der Verein heute Abend im Gut Winkhausen in Salzkottenüber sein Engagement (19 Uhr). Interessierte sind willkommen.
@www.mulebatrainingcenter.com

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Schaffen wir die Ablösung der "Ein-Feuerstellen-Küche?

Die ersten Schritte zur Ablösung unserer sehr einfachen Holzfeuer-Küche, auf der gleichzeitig nur mit einem Kochtopf gekocht werden kann,sind gemacht.
Die Pläne für ein Küchen- und Speisehaus stehen. Die Beschaffung der Finanzierung und der folgenden Realisierung dieses Projektes wird mit höchster Priorität vorangetrieben.

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Wir produzieren unseren eigenen Strom!

Photovoltaik-Anlage am MLVTC in Betrieb genommen
Erlebnisbericht von Thomas Wilper. Muleba Juli 2014

3 Wochen Tansania… auf ins Abenteuer!

Irgendwann ist immer das erste Mal, für mich traf das gleich mehrmals zu. Das erste Mal außerhalb Europas, das erste Mal Afrika, das erste Mal alleine unterwegs und das erste Mal wurden meine Englischkenntnisse so richtig auf die Probe gestellt.

Mitte Juli ging es dann nach Tansania.
Auftrag:
Photovoltaik-Anlage am MLVTC in Betrieb nehmen und kleine Photovoltaik-Anlagen in den umliegenden Kirchengemeinden installieren.

Für deutsche Verhältnisse viel Zeit für die Aufgabe. Doch dass in Afrika alles etwas langsamer läuft musste ich schnell feststellen. Dinge die normalerweise nur wenige Stunden in Anspruch nehmen, können dort schnell einige Tage andauern. Zusammen mit dem Elektriker Bernard aus Muleba machte ich mich an die Arbeit.  Wir verbrachten alleine drei Tage damit die benötigten Kabel und Batterien zu besorgen. Und eines konnte ich dabei auch lernen: Wer nicht verhandelt und Preise vergleicht gibt schnell unnötig viel Geld aus. Nachdem alle Materialien vor Ort waren klappte die Montage reibungslos, natürlich musste hier und da improvisiert werden aber nach ca. zwei Wochen war alles fertig gestellt. Nun produziert das MLVTC seinen eigenen Strom zur Senkung der Stromkosten und verfügt über eine kleine Notstromanlage um wenigstens ein paar Laptops und Lampen im Falle eines Stromausfalls nutzen zu können. In meiner letzten Woche wurde mir dann auch klar weshalb eine eigene Stromversorgung von so großer Bedeutung ist. Ein Stromausfall kam nach dem anderen, Gründe dafür hat man nie erfahren. In Kagoma und Ilimera konnten wir vorerst nur die Photovoltaikpanel montieren, denn um die Anlagen zu komplettieren fehlen noch einige Komponenten aus Deutschland, die aber bereits auf dem Weg sind. Bernard wird nach Ankunft der Komponenten die Photovoltaik-Anlagen alleine in Betrieb nehmen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass es eine großartige Erfahrung für mich war. Ich konnte viele interessante Bekanntschaften machen und lernte Land und Leute viel besser kennen als man es wohl in einem Hotelurlaub machen kann.

Blick auf den Victoriasee - Lohn für den Einsatz

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"Muleba Lutheran Vocational Training Center Limited"

"Muleba Lutheran Vocational Training Center Limited", so heißen wir offiziell seit Februar. Endlich ist die Eintragung als eigenständige Institution in Form einer speziellen"Limited" - entspricht einer gemeinnützigen Gmbg - geschafft.

Eine Eintragung als "Stiftung" nach tansanischem Recht wäre erheblich komplizierter gewesen. Die Führungsstruktur des MLVTC ist dadurch nicht verändert worden.

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MLVTC-Graduates sind die Besten der Region Mwanza

Wir sind die Besten:
Ende November werden von der staatlichen Aufsichtsbehörde für die Berufsausbildung (Vocational and educational Training Authity ,VETA) immer zentral die Abschlußprüfungen durchgeführt.
Alle unsere 24 Trainees (eine junge Frau ist im Sommer diesen Jahres leider gestorben) haben die Prüfung bestanden und zwar mit dem besten Noten-Durchschnitt aller Abschlußklassen in allen Berufsbildern in der gesamten Mwanza-Zone (Mwanza ist die zweitgrößte Stadt Tansanias am Südufer des Victoria-Sees gelegen. Die Mwanza Zone entspricht etwa einem Viertel von Tanzania.

Die stolzen MLVTC-Absolventen bei der Abschlußfeier am 30.November 2013

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Ministerin Frau Prof. Anna Tibaijuka besucht das MLVTC

Prof.Anna Tibaijuka,Minister of Lands,Housing and Human Settlements Development
in der Regierung von Tansania hat am 19.November 2013 das MLVTC besucht, um sich mit eigenen Augen einen Eindruck von dieser Bildungseinrichtung zu verschaffen.
Bei unserem Besuch in Daressalam hatten wir nun eine Woche später auch Gelegenheit, mit ihr persönlich zu sprechen.
Prof. Tibaijuka ist beeindruckt von dem, was in Privatinitiative in Muleba geschaffen wurde und hat uns ihre Unterstützung in allen Fragen der Weiterentwicklung des MLVTC versprochen.
Das wurde gleich spürbar, als wir einige Tage später auch mit dem District Commissioner von Muleba (=Landrat) gesprochen haben. Wir trafen auf einen aufgeschlossenen und engagierten Beamten, der uns in kleinen und größeren Fragen weiterhelfen wird.

Besuch der Ministerin Frau Prof. Anna Tibaijuka im MLVTC
Ministerin Prof. Anna Tibaijuka im MLVTC-Workshop

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MLVTC-Präsentation vor Unternehmern aus der Region

Unternehmer aus der Region:
Am Freitag den 29.November hatte dann der persönliche Sekretär der Ministerin in deren privatem Wohnsitz eine größere Gruppe von Vertretern der lokalen Wirtschaft und Verwaltung eingeladen, um ihnen das MLVTC und sein Dienstleistungsangebot vorzustellen. Evidence Yohana, Principal des MLVTC und Phenias Lwakatre haben das MLVTC und sein Leistungsangebot vorgestellt. Klaus Lurse hat kurz über die Bedeutung und Organisation  der dualen Ausbildung in Deutschland berichtet.
Jetzt wollen sich einige Unternehmer erst einmal selbst für die Arbeit mit PC im MLVTC schulen lassen!
Während bei uns auf jedem Schreibtisch ein PC steht, ist die Arbeit mit Personalcomputern in dieser Region erst in der Entstehung. Indem wir die dafür notwendigen Fachkräfte ausbilden, lestet das MLVTC auch einen Beitrag zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.

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Neue Westfälische 15 - Paderborn (Kreis), Freitag 30. November 2012 - von Andreas Götte

Trainieren für eigene Existenz

Verein „Berufsbildung Tansania“ bildet junge Afrikaner für den Arbeitsmarkt aus

Borchen/Delbrück. Gute Schulbildung ist auch in Tansania wichtig. Doch wenn diese mangels fehlender Berufsausbildungsmöglichkeiten nicht in eine Erwerbsfähigkeit mündet, ist den jungen Menschen nicht wirklich geholfen.

Mit seinem Pfingsten eingeweihten Trainingscenter in Muleba im Nordwesten Tansanias möchte der Verein „Berufsbildung Tansania“ um den Vorsitzenden Klaus Lurse, seiner Stellvertreterin Pfarrerin Christel Weber und Schatzmeister Bernhard Troja über die Berufsausbildung die Erwerbsfähigkeit von jungen Afrikanern in ihrem lokalen Umfeld fördern. „Junge Menschen müssen frei werden von Hilfen und Berufe erlernen, mit denen sie Geld verdienen können“, sagt Klaus Lurse, der 40 Jahre als Personaler gearbeitet hat. „Es gibt in Tansania zwar eine Berufsbildung , die aber häufig nur mit primitiven Mitteln gestaltet wird“, ergänzt Bernhard Troja. Das soll sich mit dem Trainingscenter ändern.

Rund drei Jahre lang hat es gedauert, bis das „Muleba Lutheran Vocational Training Foundation“ stand. Rund 50.000 Euro hat das Trainingscenter mit angeschlossenem Internat gekostet. 14 junge Frauen und elf Männer lernen als Studenten zurzeit zwei Jahre lang den Beruf des Industriekaufmannes mit Schwerpunkt Computer – darunter sind auch fünf Stipendiaten. Das Studium kostet Geld. Die vergleichsweise geringen Baukosten begründet Bernd Troja mit der anderen Kaufkraft inTansania.

Alle Teilnehmer haben einen mit Deutschland vergleichbaren Realschulabschluss. Nach dem Studium können die Absolventen in öffentlichen Verwaltungen, in Banken, Hotels und Krankeneinrichtungen und auch in Unternehmen eingesetzt werden. Auch eine Freiberuflichkeit ist möglich. Jeder Student lernt an einem Laptop, den er nach seiner Ausbildung auch behalten darf.

Das fällt in Tansania auf fruchtbaren Boden. „Gerade die jungen Menschen haben dort viel Spaß an technischen Dingen. Ein Leben ohne Handy ist für sie nicht vorstellbar“, schildert Vorsitzende Christel Weber vom Arbeitskreis Tansania im evangelischen Kirchenkreis Paderborn. Von ihm stammt auch die Idee zur Berufsförderung in Tansania. Zu den Gründungsmitgliedern des konfessionsübergreifenden Vereins „Berufsbildung Tansania gehören neben Troja, Lurse und Weber auch Prof. Hans-Dieter Rinkens, Günter Bitterberg, Theodor Schulte, Dr. Thorsten Maeser und Manfred Müller.

Das für Tansania ungewöhnliche Projekt hat großes öffentliches Interesse vor Ort geweckt. So wünschen sich die tansanischen Partner im April 2013 einen zweiten Ausbildungslehrgang für weitere 25 Studenten. Für einen zusätzlichen Klassenraum, Trainer und Ausstattung investiert der Verein deshalb weitere rund 35.000 Euro. Die Betriebskosten werden laut Lurse schon bald durch die Einnahmen gedeckt.

Um künftig jedoch finanziell eigenständiger zu werden ruft der Verein in Kooperation mit der evangelisch-lutherischen Kirche von Tansania in diesen Tagen eine Stiftung ins Leben. Der Verein wird im Stiftungsvorstand und im Aufsichtsrat vertreten sein. „In Tansania gibt es einen Städte-Boom. Wir möchten dem ein Stück entgegenwirken und die ländlichen Regionen stärken“, so Weber.
© 2012 Neue Westfälische
15 - Paderborn (Kreis), Freitag 30. November 2012

 

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Geschichten aus Muleba (or this is Africa, this is how we live)

Muleba September 2013 - von Josef und Martin

Die folgenden Kurzgeschichten sollen einen lebensnahen Einblick in den Alltag von Muleba/Tansania geben. Alles sind Erlebnisse / Erfahrungen, die wir vor Ort so gemacht bzw. erlebt haben.

1. Das Advertising Billboard
In Tansania ist es üblich den Unternehmensnamen und Güter/Services, die man anbietet, auf einem Board (ca. 2 qm groß) an der Hauptstraße und am Gebäude selbst zu präsentieren. Dies ist auch seit längerem für das  MLVTC in Planung. Wir haben das Board bei einem Anbieter in Auftrag gegeben und den Text/Logo besprochen. In Tansania ist es zum Teil üblich solche Aufträge bereits im Voraus anzuzahlen, damit der Anbieter die nötigen Materialien kaufen kann (Eisenstangen, Blech, Farbe, etc.). Dies haben wir auch getan, Anzahlung von 50.000 TZS.
Nun ist erst mal lange nichts passiert. Nach mehrmaliger Nachfrage wurde nach ca. 4 Wochen zumindest das Board ohne Beschriftung geliefert. Wieder später wurde das Board dann weiß gestrichen und musste trocknen. Nach einer weiteren Woche wurde dann der Text auf eine Seite des Board gebracht, der Anbieter hatte jedoch seinen Sohn geschickt dies zu übernehmen. Von der Arbeit her war es nicht schlecht gemacht, jedoch wurden Fehler gemacht (Logo fehlte, Name des Centers falsch, kleine grammatische Fehler, einige Buchstaben verlaufen). Es wurde versichert, dies zu korrigieren, jedoch passierte nichts, auf Anrufe gab es keine Antwort mehr.
So schlug Evidence vor, den Anbieter zu wechseln und einen renommierten Anbieter aus Bukoba zu beauftragen, der die Arbeit zu Ende bringen solle.
Bis hierhin wird jedoch deutlich, mit welchen Problemen und zeitlichem Aufwand diese Aktionen verbunden waren und sind.
(Josef berichtet weiter) Evidence versuchte noch einige Male einen Kontakt zum alten Anbieter herzustellen, was jedoch immer misslang. Dann begegnete er ihm jedoch zufällig in dem Heimatort des Anbieters auf der Straße. Der Anbieter versprach am nächsten Tag vorbei zu kommen, doch hatte Evidence zur Sicherheit bereits auch einen anderen Anbieter kontaktiert. Dies stellte sich auch als richtige Entscheidung heraus, da der alte Anbieter wieder nicht erschien. So gestaltete schließlich der neue Anbieter das Billboard nochmal komplett neu und machte dabei seine Arbeit im Vergleich zu dem ersten Anbieter sehr gut. Kleine Fehler wurden unkompliziert korrigiert und so konnten am Ende schnell, doch insgesamt nach einem sehr langen Prozess, endlich die Billboard errichtet werden.

2. Ein Dach für das 2. Dormitory
Klaus und Bernhard ist wichtig, dass das 2. Dormitory ein qualitativ hochwertiges Dach bekommt. (Bei den vor 2 Jahren errichteten Klassenräumen gab es schon nach einem Jahr Probleme mit Wasserflecken in der Decke, dies soll bei zukünftigen Gebäuden vermieden werden.) Selbst ein hochwertiges Dach ist in Muleba aus Wellblech (mit einer Dachziegelstanzung) und nicht billig. Auch die Beschaffung ist nicht ganz einfach. Beispielsweise gibt es in Muleba ein Geschäft, das Dachwellbleche anbietet, jedoch ist eine Preisauskunft sehr schwierig (man bekommt keine oder nur sehr vage Preise genannt). Nach Evidence Informationen ist der Geschäftsbetreiber in Muleba auch nicht seriös, es gab wohl schon Fälle, da hat sich der Inhaber Anzahlungen eingesteckt und keine Leistung erbracht. Auch die Polizei wollte nicht helfen, da der Geschäftsmann die Beamten bestochen hatte.
Evidence Vorschlag war das Dach in Mwanza zu kaufen und den Transport nach Muleba (ca. 7h Fahrt) selbst zu organisieren. So kann die Qualität sicher gestellt werden (es gibt auch immer wieder Probleme mit "Fake"-Produkten) und Kosten gespart werden. Nachteil hierbei war, dass der hohe Zeitaufwand (3 Reisetage) vom Center getragen werden musste.

3. Alles ist relativ
In Muleba habe ich den ersten Monat in der Dolphin-Lodge gewohnt. Die Dolphin-Lodge und speziell mein Zimmer sind für die Verhältnisse in Muleba überdurchschnittlich gut bzw. absoluter Luxus, zum Teil wird das Zimmer für Hochzeiten gebucht. Es verfügte über ein eigenes Bad mit Badewanne/Dusche und warmem Wasser.  Entsprechend ist das Zimmer auch für die Verhältnisse in Muleba sehr teuer (umgerechnet ca. 16€/Nacht, was vom Center getragen wurde). Nach einem Monat in diesem Zimmer bin ich in meinen Urlaub aufgebrochen.
Nach meiner Rückkehr gab es den Vorschlag von Josef (der andere Volunteer, der zwischenzeitlich angekommen war) umzuziehen. Er hatte Europäer aus Belgien kennengelernt, die die kleine Fabrik Mali-Juice zur Herstellung von Ananassaft unterstützen und während der Zeit, die sie in Muleba vor Ort sind dort auf dem Fabrikgelände wohnen. Wir hatten die Möglichkeit diese Unterkunft zu vergleichsweise geringen Kosten (100.000 TZS (ca. 50€)/Monat für beide) zu nutzen. Hier gibt es einen Aufenthaltsraum mit kleiner Küche und ein Schlafzimmer. Die Toilette und Duschen sind über den Hof in einem separaten Gebäude, wie üblich in Muleba, untergebracht. Die Unterbringung hier hatte den Vorteil, dass wir uns abends etwas kochen konnten und es insgesamt persönlicher war.
Anfangs war es schon eine Überwindung sich morgens um kurz nach 7 über den Hof und unter eine kalte Dusche zu quälen, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. So wird man morgens mit Sicherheit wach, wobei ich die warme und eigene Dusche der Dolphin Lodge anfangs schon vermisst habe.
In regelmäßigen Abständen kam Gabriel (der Bruder von Josef) zu Besuch. Gabriel war für gut 2 Monate als Volunteer im nahe gelegenen Waisenhaus von Ilimera untergebracht. Dort gibt es so gut wie keinen Strom und warmes Wasser entsprechend gar nicht. Auch geduscht wird dort mit Wasser aus Eimern, das man sich mit großen Bechern über den Körper schüttet. (Wir haben dort auch ein Wochenende verbracht.)
Nun Gabriel, wenn immer er zu Besuch kam, freute sich sehr auf die (kalte) Dusche, er war sogar begeistert davon, etwas Besonderes, er hatte ja sonst gar keine.
Es ist halt immer eine Frage der Perspektive bzw. des Vergleichs, den man heranzieht, was darüber entscheidet, ob man etwas schlecht, so naja oder sogar richtig toll findet... Das muss man erst mal verstehen ??

4. Machs sofort, wer weiß was morgen ist
In Muleba Tages- oder sogar Wochenpläne zu haben ist sicher wichtig. Diese einzuhalten unmöglich.
Eine der nervigsten Erfahrungen die ich machen musste ist, dass Pläne noch so durchdacht sein können, wenn's funktioniert ist es immer mit Glück oder zumindest mit „kein Pech“ verbunden. Plötzlich passiert (fast) immer etwas Unerwartetes und andere Dinge haben Vorrang oder das, was man vorhatte, funktioniert nicht mehr. Dies kann ein unerwarteter Besuch von jemandem sein oder ein Problem unter den Studenten oder ein plötzlicher Regen der alles lahm legt oder ein Stromausfall. Plötzlich dreht sich alles nur noch darum.
Mal ein privates Beispiel: Vor meiner Reise wollte ich mir  hier afrikanische Musik auf meinen mp3-Player laden, ich habe dies vom einen auf den anderen Tag verschoben. ("Das kann ich ja morgen noch machen...") Einen wirklichen Grund dafür gab es nicht. Am dritten Tag war dann plötzlich Stromausfall, zweieinhalb Tage - so bin ich dann ohne afrikanische Musik in den Urlaub aufgebrochen. Also wenn man etwas hat, was einem wichtig ist, muss man es sofort (oder sobald man die Chance hat) tun. Sonst klappt es nicht...

5. Ein tansanisches Büro (von Josef)
Evidence erzählte mir letztens, dass er wegen einer weiteren Registrierungsstufe, die das MLVTC jetzt nehmen soll, nach Mwanza muss. Als ich ihn fragte, worum es genau gehe, antwortete er, dass er nur kontrollieren müsse, wie der Prozess laufe (die Unterlagen, waren alle schon eingereicht). Es wunderte mich, dass er dazu extra eine zwei Tages-Tour in die 7 Stunden entfernte Stadt machen musste, zumal ihm am Telefon gesagt wurde, dass alles laufen würde. Da ich selber noch etwas in Mwanza erledigen wollte und auch so interessiert war die Stadt zu sehen, beschlossen wir, dass ich Evidence nach Mwanza begleite. Als wir nun im Büro des Mannes eintrafen, der unsere Registrierung bearbeiten sollte, erklärte dieser, dass er keine Unterlagen habe und nichts von der Registrierung eines MLVTC wisse. Da Evidence die Unterlagen jedoch selber bei dem Sekretär des Mannes abgegeben hatte, kontaktierte er ihn. Es stellte sich schnell heraus, dass die Unterlagen nach fast 2 Monaten immer noch auf dem Schreibtisch des Sekretärs lagen. Wir erfuhren dann auch noch, dass wir zwei Kopien der Unterlagen bräuchten und sie Binden lassen müssten (Dies wurde uns vorher noch gar nicht mitgeteilt). So erledigten wir nun persönlich die Übergabe der Unterlagen (Gebunden und mit Kopien) an den Mann, der für die Bearbeitung zuständig ist und ich begriff, dass es doch sehr wichtig war, diese lange Reise zu machen nur um den Prozess zu kontrollieren, der laut Telefon bereits in Arbeit sei. Ohne unseren Besuch hätten die Unterlagen wohl noch gut mehr als zwei weitere Monate auf dem Schreibtisch des Sekretärs gelegen.