Muleba ist ein aufstrebendes Mittelzentrum, im Nordwesten von Tansania am Ufer des Victoriasees gelegen. Mit seinen ca. 20 000 Einwohnern würden wir Westeuropäer es trotzdem kaum als Stadt erkennen. Hier gibt es Schulen, Strom, Wasser und eine geteerte Überlandstrasse, die nach Norden in die 70 km entfernte Distrikthauptstadt Bukoba und nach Süden in das 1200 km entfernte Daressalam führt.

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Tansania, die frühere deutsche Kolonie „Ostafrika“, wurde 1961 von Großbritannien in die Unabhängigkeit entlassen. Wir kennen Tansania wegen seiner berühmten Nationalparks: Serengeti, Ngorongoro-Krater, Kilimandscharo  u.v.a. Vielleicht wissen wir auch von den reichen Bodenschätzen des Landes? Hier arbeiten Tansanier für kargen Lohn. Die Erträge der großen Minen werden von ausländischen Minenbetreibern abgeschöpft. Wenig bleibt im Land.
Der Nordwest-District umfasst den entlegenen Zipfel Land zwischen Victoriasee, Uganda im Norden und Ruanda im Westen.

Hier gibt es keine Industrie. Etwa die Hälfte der Menschen auf den Dörfern lebt ohne Strom und  Geld von den Erträgen ihrer kleinen Hofstelle, auf der sie Bananen, Bohnen, Erdnüsse, Mais, Ananas u.ä. Früchte ernten, ein paar Tiere halten, um Milch, Eier etwas Fleisch zu erzeugen. Das reicht zum Leben. Jede Missernte wegen Trockenheit bedeutet Hunger. Etwa 10% der Bevölkerung – nicht nur der Kinder – sind Waisenkinder, weil Eltern und Großeltern vorzeitig an Krankheiten wie z.B. Malaria und Aids gestorben sind. Eine Krankenversicherung kann sich die Mehrzahl der Menschen nicht leisten. Die medizinische Versorgung ist schlecht, für viele Menschen von den Dörfern nicht erreichbar und - wenn sie dann hingefunden haben- nicht bezahlbar.

Schulen gibt es inzwischen für alle Kinder im Land – oft noch von erbärmlicher Qualität. Z.B. hat die Rulanda Schule nahe Muleba ganze 6 Lehrer für ca. 750 Schüler! Auch für begabte Kinder ist der Wechsel auf eine „Secondary-School“ oft nicht möglich,weil sehr viele arme Eltern nicht  die ca. 30,-€ aufbringen, die dafür einmalig im Leben des Kindes nötig sind. Immer wieder sind die Menschen hier wegen Hunger, Krankheit oder für Bildung auf Hilfe von außen angewiesen.

Viele Organisationen leisten diese subsidiäre Hilfe .jedoch wird diese Hilfe niemals reichen, um wenigstens den dringendsten Bedarf zu decken.

Und doch: Immer wieder können uns diese freundlichen Menschen  durch ihre Lebensfreude, Gelassenheit und Zufriedenheit tief beeindrucken!